Tag der offenen Tür der Feuerwehr Bad Vilbel

(aw) “Manchmal gehen wir an unsere Grenzen und auch darüber hinaus. Da kannste nicht mehr – aber komm, das packen wir auch noch. Solche Einsätze schweißen die Leute zusammen.”
Mario Migdalski steht in der Einsatzleitzentrale des Feuerwehrstützpunktes Bad Vilbel. Er ist seit 12 Jahren Wehrführer und führt heute, am Tag der offenen Tür, die Besucher durch den Stützpunkt. “Von hier aus werden die Einsätze koordiniert. In Großschadenslagen sind hier bis zu 20 Personen eingeteilt, die sich dann um bestimmte Teilbereiche des Einsatzes kümmern”. Einige der Besucher sind erstaunt, dass die 112 nicht hier bei der Feuerwehr, sondern in Friedberg in der zentralen Leitstelle des Wetteraukreises ankommen. Auch wissen viele nicht, dass die Feuerwehr Bad Vilbel eine freiwillige Feuwehr ist. Erst ab einer Einwohnerzahl von 100.000 ist eine Berufsfeuerwehr vorgeschrieben. “Wenn es alarmiert, kommen die Einsatzkräfte von irgendwo her. Von der Arbeit, aus dem Schwimmbad, Nachts dann aus dem Bett. Teilweise mehrmals an einem Tag oder in der Nacht.” Mario Migdalski führt die Besucher durch die Tür in den Umkleidebereich. Allein die feuerhemmende Kleidung und die Grundausrüstung wiegen rund 25 Kg. Dazu noch die Atemschutzausrüstung. Dann rein in das brennende Gebäude. Hitze und Rauch, null Sicht in unbekannten Räumen. Die Temperaturen können bei einem Wohnungsbrand 800 Grad betragen. “Etwas mehr als der Backofen zu Hause” – amüsiert schaut Mario in die lachenden Gesichter.

2.000 – 3.000 Gäste erwartete die Feuerwehr Bad Vilbel zu ihrem alljährlich stattfindenden Tag der offenen Tür. Geboten wurde ein volles Programm: Fahrzeugausstellung, Vorführungen der Einsatzabteilung und der Jugendfeuerwehr, Kinderschminken, Kistenstapeln, Geschicklichkeitsspiele, Informationsstände und Fahrzeuge des ASBs, Informationen zum vorbeugenden Brandschutz. Natürlich gab es auch lecker Essen und Trinken. Es wurde reichlich Gebrauch von den Angeboten gemacht. “Wir würden ja gerne wieder ein paar Vorführungen in der Innenstadt machen. Aber uns fehlt einfach die Zeit.” Die Einsatzkräfte müssen jedes Jahr rund 360 Einsätze abarbeiten. Hinzu kommen die Lehrgänge und Übungen. Bei der jetzigen Personaldecke bleibt da wenig Zeit für weitere Aktionen übrig.
“Wir bräuchten einfach mehr Leute, die sich in der Feuerwehr engagieren. Wer möchte, kann gerne Donnerstags zwischen 19 und 22 Uhr vorbeischauen und mal reinschnuppern.”

Über Alex Wachsmann

Freiberuflicher Kameramann, Fotograf und Journalist Administrator von AlexW-TV
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